Die verschiedenen Dämmerungsphasen

In der Fotografie kommt es besonders auf die Lichtverhältnisse an. Diese sind für den Fotografen in der Regel um die Mittagszeit am ungünstigsten, denn da steht die Sonne besonders hoch und lässt alle Farben verblassen, die Fotos wirken leblos, farblos und uninteressant, Licht- und Schattenverhältnisse liefern scharfe Kanten und Übergänge.

Daher sind in der Fotografie neben der Nacht insbesondere die Tagesrandzeiten, also die Zeiten um den Sonnenauf- und –untergang, zu betrachten. Sie liefern ein besonders schönes Licht und bieten unzählige gestalterische Möglichkeiten.

Dem Tag folgt die „Goldene Stunde“, auf diese folgt die „Zivile Dämmerung“, die von der „Blauen Stunde“ abgelöst wird; es schließen sich die „Nautische Dämmerung“ und die „Astronomische Dämmerung“ an, bevor die Nacht folgt. Vor dem Sonnenaufgang wird dieselbe Reihenfolge nur rückwärts eingehalten.

 

Die Goldene Stunde ist die Zeit kurz nach dem Sonnenaufgang und kurz vor dem Sonnenuntergang in der Fotografie. Sie ist, wie der Name schon sagt, durch ein besonders goldenes und sanftes Licht gekennzeichnet, da die Sonne noch bzw. schon sehr tief steht. Steht die Sonne knapp über dem Horizont, wird die Intensität des direkten Lichtes reduziert, da die Lichtstrahlen eine größere Strecke durch die Erdatmosphäre zurücklegen müssen. Das Licht wirkt durch die diffuse Streuung dann rötlicher und durch den kleinen Winkel, da die Sonne nur kurz über dem Horizont steht, entstehen längere Schatten. Die Goldene Stunde dauert ca. eine Stunde in Luxemburg.

 

Besonders stimmungsvolle Bilder lassen sich auch in der sog. “Blauen Stunde“ machen. Hier sorgt eine Kombination aus natürlichem Restlicht und künstlichem Licht in Form von Straßenlaternen und beleuchteten Häusern für besonderen Charme. Bei dem gelbrötlichen Restlicht der Sonne in Kombination mit dem intensiven Blau des Himmels handelt es sich um Komplementärfarben, die in der Fotografie gerne gezielt eingesetzt werden. Die Blaue Stunde beginnt direkt vor der Goldenen Stunde vor Sonnenaufgang und schließt sich bei Sonnenuntergang direkt der Goldenen Stunde an. In unseren Breiten dauert sie in etwa 30-45 Minuten.

 

Grob gesehen handelt es sich bei der Dämmerung um die Zeit vor Sonnenaufgang und um die Zeit nach Sonnenuntergang. Die Dämmerung lässt sich jedoch in drei Phasen einteilen:

  • Zivile Dämmerung

  • Nautische Dämmerung

  • Astronomische Dämmerung

 

Die Phasen der Dämmerung werden anhand des Winkels der Sonne unterhalb des Horizonts festgelegt.

 

Die Zivile Dämmerung dauert in unseren Breiten in etwa eine gute halbe Stunde und schiebt sich zwischen die Goldene Stunde und die Blaue Stunde. Sie überschneidet sich mit beiden zu Teilen und ist die hellste Dämmerungsphase. Hier liegt die Sonne bis zu 6 Grad unterhalb des Horizonts. Sie beginnt morgens mit ihrem tiefsten Winkel von 6 Grad unterhalb des Horizonts und endet mit dem Sonnenaufgang. Abends folgt sie dem Sonnenuntergang und endet, wenn sich die Sonne in einem Winkel von 6 Grad unterhalb des Horizonts befindet. Die Zivile Dämmerung wird heute noch für viele Gesetze herangezogen, so z.B. für das Fahren mit Licht, bei der Beleuchtung mit Straßenlaternen oder auch in der Luftfahrt.

 

Die nautische Dämmerung ist die zweite Dämmerungsphase; sie ist bei Sonnenaufgang vor der zivilen Dämmerung anzutreffen. Hier liegt die Sonne zwischen 6 und 12 Grad unterhalb des Horizonts. In dieser Phase kann man mit dem bloßen Auge bereits die Sterne sehen. In Neumondnächten mit klarem Himmel lässt sich sogar bereits der Erdschatten erkennen.

 

Die dritte Dämmerungsphase ist die Astronomische Dämmerung. Sie geht der Nautischen Dämmerung voraus, die Sonne befindet sich in dieser Dämmerungsphase zwischen 12-18 Grad unterhalb des Horizonts. In der letzten Dämmerungsphase sind die meisten Sterne bereits sichtbar. Der Himmel ist allerdings noch nicht komplett dunkel / „schwarz“.

 

Grundsätzlich hängt die zeitliche Länge der Dämmerung von der Nähe zu den beiden Polen ab: Je näher man sich an den Polen befindet, desto länger dauert die Dämmerung. Am Äquator hat man praktisch keine Dämmerungsphasen mehr.

Am Nord- und am Südpol während der Sommersonnenwende und der Wintersonnenwende herrscht etwa eine dreiwöchige Dämmerungsphase. In Nordskandinavien geht im Frühling die Polarnacht in eine circa dreiwöchige Astronomische Dämmerungsphase über, gefolgt von einer kurzen Nautischen und Zivilen Dämmerungsphase, bevor die Sonne dann aufgeht und die nächsten Monate nicht mehr untergeht.

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